Chanson, Swing und Balkanbeats
von Birgit MatuschewskiLes Yeux d’la Tête in der GroovestationAm 24. Mai ab 21.30 Uhr ist die französische Band Les Yeux d’La Tête in der Groovestation in der Katharinenstraße in der Dresdner Neustadt...
von Birgit MatuschewskiLes Yeux d’la Tête in der GroovestationAm 24. Mai ab 21.30 Uhr ist die französische Band Les Yeux d’La Tête in der Groovestation in der Katharinenstraße in der Dresdner Neustadt...
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› von Birgit Matuschewski · Donnerstag, 16. Juni 2011 · Keine Kommentare
Von Birgit Matuschewski
Sammelstätte von Pflanzen aus aller Welt auf einer Fläche von 28 Hektar
Schon die Fahrt nach Pillnitz, ob nun mit dem Dampfschiff, per Rad oder mit dem Auto, ist den Weg wert. Von der Elbe hat der Reisende einen wunderschönen Blick auf die Elbhänge. Die Anfahrt über die Pillnitzer Landstraße über das Blaue Wunder in Loschwitz, über Wachwitz und Hosterwitz mutet wie eine Fahrt in den Süden an. Die farbigen Häuser, Weinberge und üppige Vegetation sorgen für ein mediterranes Flair. Pillnitz ist das ganze Jahr ein Anziehungspunkt für Touristen aus der ganzen Welt. Aber auch die Dresdner selbst schauen gern in der großflächigen Gartenanlage vorbei und wenn es nur dazu dient, nach der einzigartigen Kamelie zu sehen.
Das im 18. Jahrhundert errichtete Schloss Pillnitz besteht im Wesentlichen aus drei Gebäudekomplexen. Das an der Elbe liegenden Wasserpalais und das zum Hang hin gegenüberliegende Bergpalais und das diese an der Ostseite verbindende Neue Palais. Die Gebäuden umschließen einen barocken Lustgarten, der durch einen umliegenden Schlosspark ergänzt wird. Die Geschichte des Standorts reicht bis in die Zeit um 1400 zurück, als hier ein Rittergut stand. Es wurde später an Christoph von Loß d. Ä., Oberschenk und Hofrat des Kurfürsten Christian I., verkauft, der das Lehen 1569 empfing. Nach mehreren Besitzerwechseln erwarb 1694 Kurfürst Johann Georg IV. Pillnitz, um es seiner Mätresse Magdalena Sibylla von Neitschütz zu schenken. Allerdings hatten die beiden nicht lange Freude daran, da sie noch im selben Jahr an den Blattern starben. Nach dem Tod Johann Georgs kaufte dessen Bruder Friedrich August, August der Starke, im Jahre 1706 den Besitz auf. Bald darauf schenkte er es seiner Mätresse Gräfin von Cosel. Nachdem die Gräfin in Ungnade gefallen war, nahm August im Jahr 1718 das Schloss durch Enteignung wieder zurück. Es sollte von nun als Repräsentationsbau dem Spiel und der Unterhaltung des Hofes dienen.
Die Pläne für den Umbau stammten von Matthäus Daniel Pöppelmann und Zacharias Longuelune, der die frühklassizistischen Elemente und die rechtwinkligen Formen einbrachte. 1721 wurde das Wasserpalais in Form von drei getrennten Pavillons fertiggestellt. Die Dächer und Gesimse des Wasserpalais muten chinesisch an. Solche ostasiatischen und orientalischen Elemente, sogenannte Chinoiserien, waren in der Barockzeit sehr beliebt. In den Jahren 1723/24 wurde das Bergpalais quasi als Spiegelbild zum Wasserpalais errichtet. Dazwischen wurde der Lustgarten angelegt. 1724 wurde die zur Elbe hinunter führende Treppe fertiggestellt.
Hatten die Gärten am alten Schloss lediglich der Wirtschaft gedient, wurden diese nach Inbesitznahme durch die sächsischen Kurfürsten intensiv erweitert. Gräfin von Cosel ließ 1712 die Heckengärten pflanzen. Zwischen dem Berg- und dem Wasserpalais entstand der barocke Lustgarten mit Springbrunnen und Boskettanlagen, oberhalb des Bergpalais um 1723 der große Schlossgarten mit seinen zwölf Baumreihen. 1778 kam der englische Garten dazu, 1790 der chinesische und Ende des 19. Jahrhunderts eine Nadelgehölzanlage. Die Anlage wurde zu einer Sammelstätte von Pflanzen aus aller Welt und umfasst heute sechs zusammenhängende Gärten auf einer Fläche von 28 Hektar. Neben den vielen ausgefallenen botanischen Kostbarkeiten sorgen die Orangerie, ein Pavillon im englischen Garten und ein chinesischer Pavillon für weitere Attraktionen in Park. Ausgestellt ist auch eine historische Elbgondel, die Tritonengondel des Kurfürsten Friedrich August III. von Sachsen, die um 1800 gebaut wurde und dem höfischen Verkehr zwischen Pillnitz und Dresden gedient hatte.
Das 1861 als moderne Stahlguss-Konstruktion errichtete Palmenhaus galt damals als das größte Gewächshaus Deutschlands. Der aus drei aneinander gefügten Gewächshäusern bestehende Glashauskomplex hat eine Gesamtlänge von 93,70 Metern. Auf 660 Quadratmetern beherbergt es heute in verschiedenen Warm- und Kaltbereichen Pflanzen aus Australien, Neuseeland und Südafrika. Größter Anziehungspunkt im Schlosspark Pillnitz ist die über 230 Jahre alte und etwa 8,90 Meter hohe Kamelie. Sie wurde 1801 an ihrem heutigen Platz gepflanzt und ist die älteste japanische Kamelie in Europa. Jedes Jahr, wenn das fahrbare Gewächshaus geöffnet wird, lockt das viele Schaulustige in den Park.